Es gibt so manche Handwerke und Künste,
        die denjenigen,
        die sie ausüben, große Beschwerden bereiten.

        HIPPOKRATES
        .

 

Kunst und Medizin

Machen Musik- und Kunstausübung krank? Diese Frage soll uns hinsichtlich des Künstlers interessieren. Bereits 1923 erhielt der Berliner Arzt Dr. Kurt Singer vom preußischen Minister für Kunst, Wissenschaft und Bildungswesen einen Lehrauftrag an der Berliner Musikhochschule zu Vorlesungen über „Berufskrankheiten der Musiker“. Welch ein weitblickender Minister das gewesen sein muß!

Die Hochschule für Musik und Theater Leipzig hat diese Tradition fortgesetzt mit einer musikmedizinischen und -physiologischen Vorlesungsreihe, was angesichts der erschreckend hohen Zahl berufsbedingt erkrankter sowie deshalb berufsunfähiger Orchestermusiker (für den Tänzerberuf trifft ähnliches zu) einer jeden Musikhochschule angelegen sein sollte. Diese Lehrveranstaltung soll für die Thematik spielbedingter Beschwerden sensibilisieren und zur Prophylaxe anregen. Sie soll Hilfestellung für den Umgang mit bereits eingetretenen Erkrankungen geben. In diesem Kontext ist auch die an dieser Hochschule neu eingerichtete regelmäßige Musikersprechstunde zu sehen.

Suchen wir als Musiker nicht z.B. der Werktreue, der Aufführungspraxis und Authentizität besonders gerecht zu werden und widmen wir nicht der Qualität und dem Zustand unserer Instrumente höchste Aufmerksamkeit? Aber fühlt der Künstler sich auch gleichermaßen dem Zustand seines Körpers verpflichtet? Meistens nicht. Er übt oft weder Physioprophylaxe im allgemeinen Sinn, noch trägt er spielökonomischen Gesichtspunkten am Instrument Rechnung. Hierbei sind Pädagogen/Methodiker und um die Probleme wissende Mediziner gleichermaßen verantwortungsvoll gefordert, z.B. eines der Hauptprobleme für die Entstehung von Musikerkrankheiten, die Diskrepanz zwischen innerem Antrieb (starker Motivation) des Spielers und seinen Schwierigkeiten bei der motorischen Umsetzung, überwinden zu helfen.

Die Prognose der Erkrankungen ist umso günstiger, je früher sie erkannt werden. Auf dem Pädagogen lastet die Verantwortung, rechtzeitig die erforderlichen methodischen Korrekturen beim Schüler einzuleiten und ggf. die Vorstellung beim Musikermediziner zu empfehlen, der im Idealfall Arzt und Musiker zugleich sein sollte, jedenfalls wenigstens ein Arzt, der den  Patienten grundsätzlich mit Instrument beurteilen und untersuchen sollte, um vor allem durch Spiel- und Haltungsfehler hervorgerufene Beschwerden kausal medizinisch und gemeinsam mit dem Lehrer heilpädagogisch angehen zu können. Voraussetzung allen ärztlichen und pädagogischen Handelns ist jedoch die Verantwortung des Musikers für seine eigene Bewegungshygiene.

Die Musikersprechstunde

Sie beeinhaltet die Vorstellung mit dem Instrument, um Haltung und Technik zu analysieren und die Probleme kausal behandeln zu können. Die Sprechstunde findet regelmäßig in Halle, Leipzig und demnächst in Rom statt. Voranmeldung per E-mail oder über die auf der Praxis-Website oder unter Webmaster angegebenen Telephon- oder Fax-Anschlüsse.

 

 

 

 

 

 

 

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